Modul 03 · Teilweise live, im Ausbau

Sovereignty
Advisor

Digitale Souveränität ist in den meisten Werkzeugen eine Fußnote. Bei InfraSpotlight ist sie ein Faktor in der Priorisierung — und wird gerade zu einer konkreten Zahl ausgebaut: welcher Workload auf welchem souveränen Ziel landet, zu welchen Kosten.


Warum das Thema

Zwei Fragen, die zusammengehören.

„Dürfen diese Daten dorthin?" und „Was kostet es, sie woanders hinzulegen?" werden in Migrationsprojekten getrennt beantwortet — von der Rechtsabteilung und vom Einkauf, oft Monate auseinander. Der Sovereignty Advisor beantwortet sie an derselben Anwendung, auf derselben Datenbasis.

Rechtlicher Rahmen

DSGVO, Schrems II, der Zugriff durch Drittstaaten und branchenspezifische Vorgaben für öffentliche Verwaltung und KRITIS. Für einen Teil Ihrer Workloads ist die Zielplattform keine Präferenz, sondern eine Auflage.

Wirtschaftlicher Rahmen

Souveräne Ziele gelten pauschal als teurer. Diese Annahme hält selten stand, wenn man gegen echtes Rightsizing rechnet statt gegen die 1:1-Übernahme heutiger VM-Größen.

Was fehlt

Kein US-amerikanisches Migrationswerkzeug bewertet Souveränitätsgewinn als eigenen Faktor. Genau das ist die Lücke, in die InfraSpotlight zielt.

Heute verfügbar

Souveränität als Bewertungsfaktor.

sovereignty_gain ist einer der vier Faktoren, aus denen sich die Priorität einer Anwendung errechnet. Anwendungen mit vertraulicher Datenklassifikation und einem souveränen Migrationsziel steigen dadurch in der Reihenfolge — sichtbar und mit einsehbarem Gewicht, nicht als versteckter Bonus.

In der Priorisierung

FaktorStandardgewicht
eol_pressure×0,35
savings_potential×0,30
criticality_inverse×0,20
sovereignty_gain×0,15

Standardwerte. Die Gewichte sind je Mandant konfigurierbar — eine Behörde oder ein KRITIS-Betreiber zieht sovereignty_gain nach oben, ein Mittelständler eher savings_potential.

In der Plattform selbst

  • Betrieb auf STACKIT — Plattform und Daten liegen in Deutschland, Region eu01.
  • Deutsche Rechtsordnung — Betreiber, Vertrag und Infrastruktur unterliegen deutschem Recht.
  • Kein Agent, kein eingehender Zugang — der Collector spricht ausschließlich ausgehend über HTTPS; die Plattform verbindet sich nie in Ihr Netz.
  • Mandantentrennung als Pflichtparameter — jede Datenbankabfrage ist auf den Mandanten des Tokens eingeschränkt; keine Route kann das vergessen.
  • Lokale Normalisierung — der Collector wertet im Kundennetz aus und überträgt kanonische Daten, keine Rohdumps.
Im Ausbau — nächster Meilenstein

Von der Haltung zur Rechnung.

Der Cost- und Flavor-Mapper übersetzt die erhobene Auslastung in konkrete Zielgrößen und Preise. Wir bauen ihn erst jetzt, weil er ohne belastbare Metriken und ohne eigenen Betrieb auf STACKIT geraten wäre — beides steht seit der Beta.

  1. Flavor-Katalog als pflegbare Datenbasis Zielgrößen und Preise stehen in einer Tabelle, nicht im Quellcode. Ändert der Anbieter sein Portfolio, ändert sich ein Datensatz — kein Deployment.
  2. Sizing auf p95 statt auf Zuweisung Gesucht wird der kleinste Flavor, der die tatsächliche 95-Perzentil-Auslastung plus Puffer trägt. Nicht die VM-Größe, die vor sechs Jahren jemand großzügig gewählt hat.
  3. Kostenvergleich mit Ersparnis Heutiges On-Premises-Sizing gegen souveränes Ziel: „diese VM → g1.standard, X € pro Monat, Y % gegenüber dem heutigen Sizing."
  4. Zurück in die Matrix Die Blasengröße in der Kandidaten-Matrix zeigt dann echte Zielkosten statt der Anzahl von VMs — und savings_potential rechnet mit realen Beträgen.

Bewusste Scope-Grenze. Das Ergebnis ist zunächst eine Empfehlung und ein Bericht, kein fertiger Infrastruktur-Code. Und wie im übrigen Produkt gilt: bei niedriger Konfidenz wird das Ergebnis als needs_verification markiert, statt eine Zahl vorzutäuschen, die die Datenlage nicht hergibt.

Ehrliches Kleingedrucktes

Was hier schon steht und was nicht.

Fertig und im Einsatz

Live
  • sovereignty_gain als Prioritätsfaktor mit konfigurierbarem Gewicht
  • Betrieb der Plattform auf STACKIT in Deutschland
  • Mandantentrennung und ausgehende Datenübertragung
  • Auslastungsmetriken als p95 über 30 Tage — die Grundlage für jedes Rightsizing

In Entwicklung

Roadmap
  • Flavor-Katalog und Sizing-Engine
  • Kostenschätzung und Ersparnis je Anwendung
  • Kostenbasierte Blasengröße in der Kandidaten-Matrix
  • Später und ausdrücklich experimentell: Export als Infrastruktur-Code

Wir schreiben das hin, weil eine Produktseite, die Roadmap als Funktionsumfang verkauft, genau das Gegenteil von dem ist, wofür der Konfidenz-Score steht.

Souveränität mit Zahlen statt mit Adjektiven.

Teams mit einer echten VMware-Landschaft und einer konkreten Souveränitätsanforderung sind genau die, deren Rückmeldung diesen Meilenstein steuert.