Modul 02 · Live

Migration
Advisor

Die Oberfläche, an der entschieden wird. Alle Anwendungen in einer Matrix aus Readiness und Priorität, jede aufklappbar bis auf den einzelnen Blocker — und jede mit einer Angabe, wie belastbar die Datenbasis dahinter ist.

Kandidaten-Matrix mit Filtern
Kandidaten-Matrix: Streudiagramm mit Readiness auf der X-Achse und Priorität auf der Y-Achse. Oben Filter für 6R-Strategie, Umgebung und Readiness-Bereich. Ein Datenpunkt zeigt einen Tooltip mit Readiness 68, Priorität 18 und Konfidenz 4 Prozent.

Vier Quadranten, ein Blick: Quick Wins oben rechts, strategische Fälle oben links, Backlog unten.


Die Matrix

Priorität ist nicht Readiness.

Zwei getrennte Achsen, weil zwei verschiedene Fragen dahinterstehen. Readiness beantwortet, wie einfach die Migration wäre. Priorität beantwortet, wie dringend oder lohnend sie ist. Erst zusammen ergeben sie eine Reihenfolge.

Prioritäts-Faktoren

FaktorBedeutung
eol_pressureMonate bis zum Ende des erweiterten Supports
savings_potentialDifferenz zwischen On-Premises-Sizing und rightsizedem Ziel
criticality_inverseUnkritische Anwendungen zuerst — die Lernkurve gehört an den Anfang
sovereignty_gainBonus bei vertraulicher Datenklassifikation und souveränem Ziel

Die Gewichte stehen im Drilldown neben jedem Faktor — nachvollziehbar, warum eine Anwendung oben landet.

Die vier Quadranten

  • Quick Wins — hohe Readiness, hohe Priorität. Das ist Welle 1.
  • Strategisch — niedrige Readiness, hohe Priorität. Früh planen, spät migrieren.
  • Opportunistisch — hohe Readiness, niedrige Priorität. Lückenfüller, wenn im Wartungsfenster Zeit bleibt.
  • Backlog / Retain-Review — beides niedrig. Bewusst liegen lassen und in zwölf Monaten erneut ansehen.

Die Wellenbildung folgt danach dem Abhängigkeitsgraphen: Anwendungen, die miteinander sprechen, gehören in dieselbe oder eine benachbarte Welle.

Alleinstellungsmerkmal

Der Konfidenz-Score.

Der Unterschied zwischen einem Werkzeug, dem man glauben kann, und einem, dem man glauben muss. Jede Empfehlung trägt eine Prozentzahl: wie viel von dem, was für diese Bewertung nötig wäre, tatsächlich erhoben wurde.

Gewichtete Datenabdeckung

SignalGewicht
Betriebssystem erkannt (os_info)25
Metriken ≥ 14 Tage25
Metriken vorhanden, aber < 14 Tage15
Lifecycle-Matching erfolgreich20
Disks und NICs inventarisiert15
Guest-Daten und Verbindungen15

Ohne Guest-Agent bleiben die Guest-Daten bei null. Die ehrliche Obergrenze liegt deshalb bei 85 % — wir runden das nicht auf 100 hoch.

Die Ampel

  • > 70 % Belastbar — Empfehlung direkt planbar
  • 40–70 % Brauchbar mit Lücken
  • < 40 % needs_verification

Unterhalb von 40 % bleibt die Empfehlung stehen — sie wird nicht versteckt und nicht geschönt, sondern sichtbar als „vor der Umsetzung verifizieren" markiert.

Drilldown
Detailpanel einer Anwendung: Konfidenz 4 Prozent mit Warnhinweis, 6R-Empfehlung Retire, Readiness 68 und Priorität 18, darunter die Prioritätsfaktoren mit Gewichten, eine Blockerliste und Hinweise zur Verbesserung des Assessments.

Das Detailpanel: Empfehlung, Scores, Faktoren mit Gewichten, Blocker und Verbesserungshinweise — alles auf einer Fläche.

Ehrlichkeit vor Vollständigkeit. Fehlende Daten werden nicht still mit Defaults gefüllt. Ist das Betriebssystem nicht erkennbar, wird kein EOL geraten — stattdessen erscheint der Blocker os_unknown samt Hinweis, wie sich das beheben lässt. Ein Score, der eine Lücke verschweigt, ist schlimmer als kein Score.

Drilldown

Von der Blase zur Begründung.

Ein Klick auf einen Punkt in der Matrix öffnet die vollständige Herleitung: die 6R-Empfehlung, beide Scores, die Prioritätsfaktoren mit ihren Gewichten, jeden einzelnen Blocker mit Schweregrad — und eine Liste, was die Bewertung besser machen würde.

Matrix mit geöffnetem Detailpanel
Kandidaten-Matrix mit geöffnetem Detailpanel rechts: Konfidenzwarnung, Empfehlung Retire, Readiness- und Prioritätsbalken, Prioritätsfaktoren mit Gewichten, fünf Blocker und sechs Verbesserungshinweise.

Blocker mit Schweregrad

  • Warning — kein UEFI beziehungsweise Secure Boot für Gen2- und vTPM-Ziele
  • Warning — Betriebssystem nicht erkennbar, VMware Tools fehlen
  • Warning — kein Ansprechpartner ermittelbar
  • Info — VMware Tools veraltet
  • Info — Metriken unter 14 Tagen, p95 noch nicht belastbar

„So verbessern Sie dieses Assessment"

Jede Lücke kommt mit einer konkreten Handlungsanweisung statt einer Fehlermeldung: VMware Tools installieren, damit das Betriebssystem erkannt wird. Prüfen, ob der Collector-Scan durchläuft. Software einem Support-Lifecycle zuordnen. Die App-Zuordnung einer einzelnen VM verifizieren.

Der Konfidenz-Score ist damit keine Note, sondern eine To-do-Liste: Sie sehen, was fehlt, und was es bringt, es zu schließen.

Im Alltag

Filtern, bis die Frage beantwortet ist.

Nach 6R-Strategie

Nur Rehost-Kandidaten für die erste Welle. Oder nur Retire, um vor dem Projekt Altlasten abzuräumen.

Nach Umgebung

Produktion, Test, Entwicklung — oder ausdrücklich unknown, um die Systeme zu finden, die niemand eingeordnet hat.

Nach Readiness-Bereich

Ein Schieberegler auf 80 bis 100 beantwortet die Frage „was können wir nächsten Monat anfassen?" in einer Sekunde.

Auf Ihren eigenen Daten ansehen.

Ein Collector, ein Leserecht auf vCenter, keine eingehende Firewall-Freigabe. Nach dem ersten Scan steht die Matrix.